Mit dem Borkwalder Kulturverein Zauche e.V. zum Einsteinturm in Potsdam

Einsteinturm in Potsdam

Einsteinturm in Potsdam

3. März 2013

Heute besichtigt der Borkwalder Kulturverein Zauche e.V. den Wissenschaftspark Albert Einstein und insbesondere den Einsteinturm in Potsdam. Anlass ist das Buch Das Orangenmädchen des norwegischen Schriftstellers Jostein Gaarder. Wie das alles zusammenhängt ist schnell erzählt. Der Kulturverein führt in diesem Jahr zum zweiten Mal seine Aktion Borkwalde liest EIN Buch durch. Alle Borkwalderinnen und Borkwalder sind eingeladen, das oben genannte Buch zu lesen und darüber miteinander zu reden. Begleitend organisiert der Kulturverein Veranstaltungen, die sich an Themen des Buches anlehnen. Im Buch spielt beispielsweise das Hubble-Weltraumteleskop eine größere Rolle – und von dort ist es nicht mehr weit bis zu der Idee, sich den Wissenschaftspark und den berühmten Turm anzusehen.

Übersichtstafel

Übersichtstafel

Detail des Eingangstores

Detail des Eingangstores

Telegrafenberg

Telegrafenberg

Der alte Eingang

Der alte Eingang

Professorenwohnungen

Professorenwohnungen

Assistentenwohnungen

Assistentenwohnungen

Sonderführung durch den Wissenschaftspark Albert Einstein

Dabei wollen soviele Borkwalderinnen und Borkwalder mitkommen, dass nicht nur alle achtzehn Plätze sofort ausgebucht sind, sondern sich die veranstaltende Urania bereit erklärt, eine Sonderführung zu veranstalten. Pünktlich um 13 Uhr empfängt uns der Wissenschaftsführer. Gleich am Tor erklärt er uns die besondere Architektur des vom Architekten Paul Emanuel Spieker angelegten Wissenschaftsparks. Zum einen wird mit dem abgewandelten Schweizer Baustil Idylle erzeugt, zum anderen lässt sich der akademische Status der Bewohner an der Größe der Häuser und insbesondere an der Gestaltung des Eingangsbereiches der Häuser ablesen.

Unser Rundgang führt uns am Helmertturm vorbei. Er ist heute Ausgangspunkt für die Triangulation Deutschlands. Seine wissenschaftliche Bedeutung sieht man dem schmucklosen Turm nicht an. Wesentlich eindrucksvoller sind dagegen die Gebäude des früheren Astrophysikalische Observatoriums Potsdam, die heute vom vielleicht bekanntesten Potsdamer Wissenschaftsinstitut, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), genutzt werden. Früher konnte man nicht nur zweckmäßig bauen, sondern auch schön. Die kleine Fotokuppel daneben passt harmonisch ins Ensemble. Neben ihr steht ein rekonstruierter Telegrafenmast. Von der 1832 errichteten optischen Telegrafenstation leitet sich auch die heutige Bezeichnung Telegrafenberg für die Ehebung am Rande Potsdams ab.

Erster Blick auf des Observatorium

Erster Blick

Helmertturm I

Helmertturm I

Früheres Geodätisches Institut

Früheres Geodätisches Institut

PIK I

PIK I

PIK II

PIK II

PIK III

PIK III

PIK IV

PIK IV

Wohnung des Direktors

Wohnung des Direktors

Fotokuppel I

Fotokuppel I

Fotokuppel II

Fotokuppel II

Telegrafenmast, Detail

Telegrafenmast, Detail

PIK V

PIK V

PIK VI

PIK VI

PIK VII

PIK VII

PIK VIII

PIK VIII

Großer Refraktor I

Großer Refraktor I

Großer Refraktor II

Großer Refraktor II

Einsteinturm

Vorbei am Gebäude des Großen Refraktors kommen wir endlich zu unserem Hauptziel, zum Einsteinturm. In ihm sollte die Gültigkeit der Relativitätstheorie bewiesen werden, was zur damaligen Zeit nur bedingt gelang. Die von Albert Einstein vorhergesagte Verschiebung der Spektrallinien durch die Gravitation der Sonne ist minimal und lag zunächst außerhalb der Meßmöglichkeiten. Berühmt ist der Turm jedoch nicht allein wegen dieses wissenschaftlichen Versuches, sondern gleichermaßen für seine Architektur. Der revolutionäre Entwurf des Architekten Erich Mendelsohn passte sich kongenial an die revolutionäre Wissenschaftssicht Einsteins an. Statt der bisher in der Architektur vorherrschenden Rechtecke und Quadrate findet man hier Kurven höherer Ordnun, elliptische Kurven und Parabeln.

Tatsächlich strahlt der Turm bis heute eine eigentümliche Eleganz und Klarheit aus. Manchmal wünscht man sich, auch heutige Architekten würden öfter einmal zu „Kurven höherer Ordnung“ greifen. Dabei ist der Turm eigentlich eine Mogelpackung:

Der Einsteinturm war als Stahlbetonbau konzipiert. Als solcher wurde er von Anfang an betrachtet und auch in der Fachliteratur bezeichnet. Mendelsohn hat dieser Darstellung nie widersprochen, obwohl sie buchstäblich nur die halbe Wahrheit enthielt. Das Bauen mit Beton war damals noch keine ausgereifte Technik. Die Qualität des Materials ließ zu wünschen übrig, seine Bearbeitung – zum Beispiel die Verschalung ungewohnter Formen – war nicht hinreichend erprobt. Mendelsohn musste daher das Observatorium schließlich in Mischbauweise errichten lassen. Aus Beton sind der Kuppelkranz, die Außenwände der Anbauten, Terrasse und Terrassentreppe. Das Zentrum der Anlage, der Turm selbst, besteht aus Ziegelmauerwerk, ebenso die Dächer über den Anbauten. Der gewünschte Eindruck eines homogenen Betonbaues entstand erst, nachdem alles mit einer gleichmäßigen Schicht von feinkörnigem, hell ockerfarbenem Spritzputz überzogen war.

Die äußere Architektur setzt sich innen fort. In der schlichten Eingangshalle hängen Erinnerungen an die drei Männer, denen wir diesen Turm am meisten zu verdanken haben: der Physiker Albert Einstein, der Architekt Erich Mendelsohn und der Astronom und Initiator Erwin Freundlich.

Das eigentliche Sonnenteleskop steht frei in dem Gebäude, damit sich Schwingungen, die durch den Winddruck entstehen, nicht vom Gebäude auf die Apparatur verlagern. Wir besichtigen sowohl die Kuppel oben als auch das eigentliche Meßgerät ganz unten. Unsere mit Wissen über Architektur, Physik, Astronomie und Kultur vollgepackte kleine Führung endet im Arbeitszimmer des Einsteinturms, das noch weitgehend original eingerichtet ist. Auf einem der Holzstühle oder auf allen muss auch einmal Einstein gesessen haben. Angenehm, dass wir sie trotzdem nutzen dürfen.

Einsteinturm I

Einsteinturm I

Kunstobjekt „Bronzehirn“

Kunstobjekt „Bronzehirn“

Einstein - ein Stein

Einstein – ein Stein

Treppengestaltung im Einsteinturm

Treppengestaltung

Kurven höherer Ordnung - Fenster im Einsteinturm

Kurven höherer Ordnung

Sonnenteleskop im Einsteinturm I

Sonnenteleskop I

Sonnenteleskop II

Sonnenteleskop II

Sonnenteleskop III

Sonnenteleskop III

Sonnenteleskop im Einsteinturm IV

Sonnenteleskop IV

Spektrallinien

Spektrallinien

Einsteinturm II

Einsteinturm II

Einsteinturm III

Einsteinturm III

Einsteinturm & Großer Refraktor

Einsteinturm & Refraktor

Eingang zum Einsteinturm

Eingang zum Einsteinturm

Einsteinturm IV

Einsteinturm IV

Einsteinturm V

Einsteinturm V

Einsteinturm VI

Einsteinturm VI

Abschluss

Nach der Turmbesichtigung schlendern wir gemütlich, die Sonne genießend noch einmal an einigen der Bauten vorbei zurück zum Parkausgang. Der Neubau der Potsdamer Außenstelle des Alfred-Wegener-Institutes ergänzt harmonisch die ursprünglich geplante, kreisförmige Anordnung der Bauten.

Zwar kam das Wort Hubble-Weltraumteleskop während unserer Führung kein einziges Mal vor, trotzdem passt dieser Tag gut zum Buch Das Orangenmädchen. Hier wie dort geht es um die Grenzen unseres Verständisses der Welt und um unseren Platz in dieser Welt.

Großer Refraktor III

Großer Refraktor III

Fassadendetail I

Fassadendetail I

Fassadendetail II

Fassadendetail II

PIK IX

PIK IX

Helmertturm II

Helmertturm II

Helmertturm III

Helmertturm III

Alfred-Wegener-Institut

Alfred-Wegener-Institut

Schlagwörter: , , , ,

Antworten

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.