Die Privaträume von Erich Honecker auf Hubertusstock
15. Juli 2013
Bevor wir uns auf unsere heutige Tour begeben, haben wir Gelegenheit, die privaten Räume Erich Honeckers im Jagdhaus Hubertusstock zu besichtigen. Wir wohnen für unsere Touren durch die Schorfheide in einem der Gästezimmer des Jagdhaus Hubertusstock. Nach dem heutigen Frühstück nutzen wir die Einladung, uns die zu DDR-Zeiten von Erich Honecker und seiner Familie privat genutzten Räume anzusehen.
Einführend erzählt uns die freundliche Frau vom Service etwas über die Geschichte des Jagdhauses. Erbaut wurde es von 1847 bis 1849 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. im bayerischen oder auch im Schweizer Landhausstil. Erich Honecker ließ es abreißen, da es marode geworden war. Zwar ließ er es in demselben Stil wieder aufbauen, aber einmal um 180 Grad gedreht, so dass die Vorderfront mittags in der Sonne lag. Auch das Eingangstor und der aus der Kaiserzeit stammende eiserne Hirsch mussten den Standort wechseln.
Die privaten Zimmer von Honecker sind großzügig und stilvoll, aber keineswegs überzogen eingerichtet. Im Hauptraum fällt natürlich der massive Kamin ins Auge, der aber schon aus Kaisers Zeiten stammt. Das Schlafzimmer ist hell und freundlich, ein wenig bieder. Lediglich das Bad fällt überraschend groß und edel aus. Aber auch hier hängen die Plastikschränke an der Wand, wie es sie in Tausenden von DDR-Haushalten auch gab. Wie immer man Honecker auch sonst beurteilen mag, übermäßigen Prunk kann man ihm hier nicht nachsagen. Immerhin war er der erste Mann eines Staates. Warum aber ein Arbeiterführer so viel Wert auf die Jagd legte, dass er sich das ganze Revier zu eigen machte, steht auf einem anderen Blatt. Im Prinzip ist er aus dem einen abgeschotteten Gelände im Wald, Wandlitz, in das nächste abgeschottete Gelände im Wald, Hubertusstock, zur Erholung gefahren.
Der weitere Tag gehört einem Mann, der für mein persönliches Leben weit bedeutsamer war, Franz Neumann.
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