Oranienbaum – Stadt, Schloss und Schlossgarten

Der Orangenbaum auf dem Marktplatz - das Wahrzeichen von Oranienbaum
Der Orangenbaum auf dem Marktplatz – das Wahrzeichen von Oranienbaum

26. Juni 2015

Wir fahren vom Wörlitzer Park aus mit dem Rad das kurze Stück bis Oranienbaum. Auf dem historischer Marktplatz mit seinen vier Quartieren empfängt uns der schmiedeeisernem Orangenbaum, das Wahrzeichen der Stadt. Der Orangenbaum ist das Familienzeichen der Stadtgründerin und ersten Schlossherrin. Der Sockel sieht mitgenommen aus, doch die Orangen strahlen leuchtend in der Sonne. Erst später erfahren wir, dass es “nur” eine Kopie ist. Das Orginal kann im Schloss besichtigt werden.

Stadt Oranienbaum

Oranienbaum macht einen netten Eindruck. Das Gebiet um den zentralen Marktplatz wirkt merkwürdig konsturiert, was es aber wohl auch ist. Der niederländische Baumeister Cornelis Ryckwaert ließ das Schloss und auch die Stadt Oranienbaum auf geometrischem Grundriss erbauen. Gerade das macht aber auch einen großen Teil des optischen Reizes der Stadt aus:

“Das auf geometrischen Grundriss errichtete Ensemble von Stadt, Schloss und Park Oranienbaum ist heute ein seltenes Beispiel einer überwiegend niederländisch geprägten Barockanlage in Deutschland.” (Quelle: Wikipedia)

Allerdings lässt der Ortskern an zahlreichen Stellen Sanierungsbedarf erkennen. Das gilt wohl auch für das Schloss.

Schmiedeeiserner Orangenbaum
Eiserner Orangenbaum
Altes Pfarrhaus Oranienbaum
Altes Pfarrhaus I
Hinweisschild Altes Pfarrhaus in Oranienburg
Altes Pfarrhaus II
Likörfabrik Friedrich Oranienbaum
Likörfabrik Friedrich I
Likörfabrik Friedrich
Likörfabrik Friedrich II
Hinweisschild Likörfabrik Friedrich am Marktplatz Oranienbaum
Likörfabrik Friedrich III
Bürgermeisterei am Marktplatz Oranienbaum
Bürgermeisterei I
Bürgermeisterei am Marktplatz Oranienbaum
Bürgermeisterei II
Gastronomie gegenüber von Schloss Oranienbaum
Gastronomie
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum I

Schloss Oranienbaum

Allgegenwärtiger Orangenbaum
Allgegenwärtiger Orangenbaum

Das Schloss empfängt uns mit dem eigentümlichen Charme, den solchen großartigen Gebäuden häufig in der Zeit zwischen anhaltendem Verfall und einsetzender Sanierung ausstrahlen. Auch sonst beeindruckt das Schloss durch seine (zwischenzeitlich?) unterschiedliche Farbgebungen. An vielen Stellen zwar verwittertes, aber noch immer kräftiges Gelb, an anderen Schlossfassaden strahlendes Weiß.

Erbaut wurde das dreiflügelige Schloss ab 1681 bis etwa 1685 zunächst als Sommersitz für die Fürstin Henriette Catharina, Gemahlin von Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau und geborene Prinzessin von Oranien-Nassau erbaut. Bauherr war der bereits erwähnte Niederländer Cornelis Ryckwaert.

Nach dem Tod des Ehemannes wurde Oranienbaum als Witwensitz für Henriette Catharina zum heutigen dreiflügeligen Schloss umgebaut (1698 bis etwa 1702).

Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum II
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum III
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum IV
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum V
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum VI
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum VII
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum VIII
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum IX
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum X
Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum XI
Schloss Oranienbaum alt und neu
alt und neu

Oranienbaum, Oranienburg, Oranienhof und Oranienstein

Ortsnamen mit “Oranien” gibt es mehrfach in Deutschland. Sie alle gehen auf Töchter von Prinz Friedrich Heinrich von Oranien und dessen Frau Gräfin Amalie von Solms-Braunfels zurück.

Jan Mijtens: Bildnis der Töchter Friedrich Heinrichs von Oranien, Öl auf Leinwand, datiert 1666, Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau
Jan Mijtens: Bildnis der Töchter Friedrich Heinrichs von Oranien, Öl auf Leinwand, datiert 1666, Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau

Vier von ihnen bewahrten die Erinnerung an ihre niederländische Heimat durch solche Namensgebungen:

Die drei anderen Töchter waren bei der Geburt gestorben.

(Quelle des Bildes: Wikipedia / Fotograf: http://www.ruhr-uni-bochum.de/kgi/projekte/rezensio/orange/mijtens.htm)

„Haus des Sammlers -​ TabakCollegium” im Schloss Oranienbaum

Bevor wir den Hauptteil des Schlosses besichtigen, wenden wir uns dem (von uns aus gesehen) rechten Flügel zu. Dort gibt es seit 2014 eine – auch für Nichtraucher – sehenswerte Dauerpräsentation zur langen Tradition des Anbaus und der Verarbeitung von Tabak in Anhalt.

In einer Pressemitteilung der Kulturstiftung DessauWörlitz heißt es zum Hintergrund der Ausstellung:

“Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Tabakproduktion in Oranienbaum einen großen Aufschwung. In ihrer Blütezeit am Ende des 19. Jahrhunderts gab es 24 Tabakfabriken mit bis zu 166 Arbeitern. Hinzu kamen noch zahlreiche Heimarbeiter, die im Nebenerwerb Zigarren rollten. In vielen Haushalten in der Region Anhalt fanden sich noch Utensilien aus der Tabak-Geschichte: Kisten und Dosen, Kontorbücher, Briefe, Fotos, sogar Gerätschaften – und vor allem Pfeifenköpfe aus Porzellan, Keramik, Holz oder Horn…

Der Besucher wird überrascht sein von einer Einrichtung, die man in historischen Schlossräumen nicht erwartet. Das wohnliche Interieur mit den einladenden Chesterfieldsofas und den unaufdringlich angebrachten und aufgestellten Sammlungsstücken – ohne Vitrinen und die üblichen musealen Raum- oder Objekttexte – schaffen eine private Atmosphäre, die der einer Sammlerwohnung entspricht. Automatisch nimmt man auf den bequemen Sitzmöbeln Platz und kann sich in exquisit gestalteten kleinen Alben in die Geschichte(n) des Oranienbaumer Anbaus und die Fabrikation von Tabak hineinlesen. Oder aber man durchstreift die Wohnung und staunt über die zahlreichen interessanten und ungewöhnlichen Exponate. Besonders die alte Schwarzküche lädt zum Verweilen ein. Im Idealfall wird hier ein Herdfeuer brennen oder gerade ein Essen zubereitet, das hier zu speziellen Gelegenheiten stattfinden kann. “

TabakCollegium
TabakCollegium
Im TabakCollegium
Im TabakCollegium I
Im TabakCollegium
Im TabakCollegium II
Pfeifensammlung
Pfeifensammlung I
Pfeifensammlung
Pfeifensammlung III
Pfeifensammlung Oranienbaum
Pfeifensammlung IV
Pfeifensammlung Oranienbaum
Pfeifensammlung V
Im TabakCollegium
Im TabakCollegium III
Tabakindustrie
Tabakindustrie I
Zigarrenwerbung früher
Zigarrenwerbung früher
Tabakindustrie
Tabakindustrie II

Besichtigung von Schloss Oranienbaum

Auch wer nur wenig Zeit mitbringt, sollte eine Besichtigung des Schlosses in Betracht ziehen. Man kann nicht nur den originalen Orangenbaum vom Marktplatz bestaunen.

Blick vom Schloss auf die Stadt
Blick vom Schloss auf die Stadt
Originaler Orangenbaum
Originaler Orangenbaum
Fürst Leopold I.
Fürst Leopold I.
Porzellanschauwand im Ledertapetensaal
Porzellanschauwand
Deckengestaltung
Deckengestaltung
Wertvolle Tapete
Wertvolle Tapete
Porzelansammlung
Porzelansammlung I
Porzelansammlung
Porzelansammlung II
Porzelansammlung
Porzelansammlung III
Zimmerflucht in Schloss Oranienbaum
Zimmerflucht
Porzelansammlung
Porzelansammlung IV
Porzelansammlung V
Porzelansammlung V
A für Anhalt
A für Anhalt
Chinamode in Schloss Oranienbaum
Chinamode I
Chinamode in Schloss Oranienbaum
Chinamode II
Kristall an der Decke
Kristall an der Decke
Kristallsammlung in Schloss Oranienbaum
Kristallsammlung

Sommerspeisesaal mit Delfter Fliesen

Uns hat am meisten der Keller beeindruckt. Dort gibt es etwas ganz Besonderes zu bestaunen. Offenbar konnten auch schon vor der Klimaerwärmung die Sommer recht warm werden. Deshalb hatte man im kühlen Keller einen “Sommerspeisesaal” eingerichtet. Das wirklich Besondere ist aber seine Ausstattung. Ringsherum an den Wänden findet man indiviuell gestaltete Fliesen aus Delft.

Übrigens: Kühl war es tatsächlich in dem Keller – trotz der sommerlichen Temperaturen draußen.

Sommerspeisesaal im Schloss Oranienbaum
Sommerspeisesaal I
Delfter Fliesen
Delfter Fliesen I
Delfter Fliesen
Delfter Fliesen II
Delfter Fliesen
Delfter Fliesen III
Sommerspeisesaal
Sommerspeisesaal II

Schlossgarten Oranienburg

Schlossgarten Oranienbaum Infotafel
Schlossgarten Oranienbaum

Nach der Kühle im Schlosskeller genießen wir die Wärme im Schlosspark. Auch wenn die Zeit langsam drängt, so machen wir doch einen kleinen Spaziergang. Auch der Park ist etwas Besonderes. Dazu noch einmal Wikipedia:

“Der einstige barocke Inselgarten wurde von 1793 bis 1797 nach den Ideen des englischen Gartenbauers Sir William Chambers zum einzigen in Deutschland noch weitgehend erhaltenen englisch-chinesischen Garten mit fünfgeschossiger Pagode, einem vom Wasser aus befahrbaren Gartenhaus (Teehaus) und mehreren Bogenbrücken umgestaltet.”

Zum Schlossgarten
Zum Schlossgarten
Park
Park I
Echter Orangenbaum
Echter Orangenbaum
Echte Orange
Echte Orange
Blick vom Schloss auf den Park
Blick vom Schloss aus
Schloss vom Park aus
Schloss vom Park aus
Palme
Palme
Delphinenbrunnen
Delphinenbrunnen
Parkweg
Parkweg I
Schloss und Schlossgarten Oranienbaum
Schloss und Schlossgarten Oranienbaum
Parkweg
Parkweg II
Blick zum Schloss
Blick zum Schloss I
Blick zum Schloss
Blick zum Schloss II
Parkweg
Parkweg III
Parkweg
Parkweg IV
Brücke
Brücke I
Brücke
Brücke II
Brücke
Brücke III
Sichtachse
Sichtachse
Chinesische Doppelbrücke
Chinesische Doppelbrücke I
Chinesische Doppelbrücke
Chinesische Doppelbrücke II
Chinesische Doppelbrücke Oranienbaum
Chinesische Doppelbrücke III
Im Park
Im Park
Chinesisches Haus
Chinesisches Haus I
Chinesisches Haus
Chinesisches Haus II
Chinesisches Haus
Chinesisches Haus III
Chinesisches Haus
Chinesisches Haus IV
Brücke
Brücke IV
Pagode
Pagode I
Pagode
Pagode II
Brücke
Brücke V
Brücke
Brücke VI

Barocke Stadtkirche Oranienbaum

Zum Abschluss besichtigen wir noch die 1712 eingeweihte Stadtkirche. Wir haben Glück. Es kommt gerade jemand, um sie aufzuschließen.

Die Kirche ist schlicht und zurückhaltend gestaltet. Besonders fallen der elliptische Grundriss und die rundum laufende Empore auf.

Stadtkirche
Stadtkirche I
Stadtkirche, Blick von der Empore
Blick von der Empore
Stadtkirche Oranienbaum
Stadtkirche II
Stadtkirche Oranienbaum, Orgel
Orgel

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